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Emecik in Datca (Knidos) - Türkei

PD Dr. Dietrich Berges [E-mail]
AUF DER SUCHE NACH DEM TRIOPION
Die Grabungen im Apollonheiligtum von Emecik

Ein türkisch--deutsches Gemeinschaftsprojekt

 

Die Erforschung der knidischen Halbinsel (im südwestlichen Kleinasien/Türkei  hat durch die längsten türkischen Grabungen in Alt-Knidos starken Auftrieb  erhalten. So konnten neue Befunde, darunter ein wichtiger Inschriftenfund, die  Geschichte und Archäologie der archaisch-klassischen Stadt Knidos (beim heutigen  Datca) erhellen.

Mit den Forschungen zu Alt-Knidos rückt die Suche nach dem Triopion, dem  Bundesheiligtum der dorischen Hexapolis (i.e. der Städtebund von Lindos, Ialysos, Kamiros, Kos, Halikarnassos und Knidos) in den Vordergrund. Dieses Heiligtum war dem Gott Apollon geweiht. Seit dem frühen 19. Jh. ist die archäologische Forschung auf der Suche nach diesem bedeutenden Heiligtum, dessen  Blüte der griechische Geschichtsschreiber Herodot für das 7. und 6. Jh. v. Chr.  bezeugt.

 

 

 

Allerdings ist diese Suche bislang deshalb erfolglos geblieben, weil sie  stets in der Umgebung von Neu-Knidos ansetzte. Neu-Knidos, die Stadt an der Spitze der knidischen Halbinsel, aber ist eine Anlage, die verhältnismässig spät  - wohl im 4. Jh. v. Chr. - entstanden ist. Die Lage dieser Stadt ist demnach für  die Lokalisierung des archaischen Triopions nicht massgeblich.

In dieser Situation hat der Survey, den Prof. Dr. Numan Tuna, Middle East Technical University Ankara, auf der knidischen Halbinsel durchführte, die Grundlage für die erfolgreiche Lokalisierung des Triopions geschaffen. So konnte  die Terrassenanlage von Emecik, die bei Alt-Knidos gelegen ist, näher untersucht werden.

 

Blick von Nordwesten auf die Terrassenanlage von Emecik

 

Das Areal ist unbebaut und bislang durch archäologische Grabungen nicht  erschlossen. Die Anlage besteht aus zwei Terrassenfeldern, die talseitig von  einer monumentalen archaischen Stützmauer (ca. 6. Jh. v. Chr.) umschlossen sind. Eine grosse unterirdische Gewölbekammer ist im oberen Terrassenbereich angelegt. Zahlreiche Fragmente von dorischen Säulen,  Architraven und anderem mehr, die sich auf diesen Terrassen befinden, bezeugen die Existenz von aufwendigen  Architekturen.

 

Westlicher Teil der archaischen Südmauer

 

Neue und alte Inschriftenfunde machen deutlich, dass es sich bei der Terrassenanlage von Emecik um ein Heiligtum handelt, das dem Apollon Karneios geweiht war und bis in die römische Kaiserzeit hinein in Betrieb war. Apollon aber ist auch die Gottheit, der das Triopion heilig war. Dies sowie das  archaische Alter der Anlage und die Lage des Heiligtums bei Alt-Knidos weisen  darauf hin, dass es sich bei dem Apollonheiligtum von Emecik um das lange  vergeblich gesuchte Bundesheiligtum der dorischen Hexapolis, um das Triopion, handelt.

Das TACDAM-Institut der Middle East Technical University in Ankara unter  Leitung von Prof. Dr. Numan Tuna sowie PD Dr. Dietrich Berges, Archäologisches Institut der Universität Hamburg, haben sich die Erforschung des Apollonheiligtums von Emecik zum Ziel gesetzt. Geplant sind Grabungssondagen,  die die bauliche Struktur des Heiligtums, das Alter sowie die Funktion und Benennung dieser Anlage ermitteln sollen. Das Vorhaben wird finanziell von der  Gerda-Henkel-Stiftung in Düsseldorf und durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Quelle:
Universität Hamburg

(c) Universität Hamburg
Der Geschätsführende Direktor des Archäologischen Instituts, 9. Dezember 1999

 

 

 


 

 

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